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Gute Bratkartoffeln haben goldgelbe Flächen und einen weichen Kern. Dazwischen sitzen kleine Speckwürfel und milde Zwiebelstücke. Mit gekochten Kartoffeln vom Vortag lässt sich das ohne langes Vorgaren am Herd zubereiten.
Dieses Rezept reicht für vier Beilagenportionen. Du brauchst etwa 45 Minuten und zwei große Pfannen. Die Kartoffeln müssen dafür bereits gekocht und vollständig gekühlt sein.
Kartoffeln, Speck und milde Zwiebeln
Nimm festkochende Kartoffeln, die nach dem Kochen vollständig gekühlt wurden. Durchwachsener Speck liefert Würze und etwas Bratfett, während eine gelbe Zwiebel beim sanften Anschwitzen süßlich wird.
- Gekochte Kartoffeln. Festkochende Knollen ergeben Scheiben mit weichem Inneren und stabilen Rändern.
- Durchwachsener Speck. Kleine Würfel verteilen das rauchige Aroma gleichmäßig.
- Zwiebel. Sie wird separat weich gebraten und ergänzt die salzige Würze.
- Raffiniertes Rapsöl. Es verteilt sich zusammen mit dem ausgelassenen Speckfett auf dem Pfannenboden.
- Petersilie. Frisch gehackt bringt sie einen grünen, würzigen Abschluss.
- Schwarzer Pfeffer. Er rundet die Kartoffeln ab und kommt erst am Ende dazu.
Bratkartoffeln in zwei Pfannen zubereiten
- Alles schneiden. Schneide 800 g gekochte, geschälte und gekühlte Kartoffeln in etwa 5 mm dicke Scheiben. Würfle Speck und Zwiebel getrennt und hacke die gewaschene Petersilie.
- Speck auslassen. Gib die Speckwürfel in eine große Pfanne. Erhitze sie bei mittlerer Hitze und brate sie etwa 5 Minuten, bis Fett austritt und die Ränder leicht Farbe bekommen.
- Zwiebeln weich braten. Gib die Zwiebel zum Speck und brate sie 4 Minuten mit. Hebe beides mit einem Schaumlöffel heraus und lass das Fett in der Pfanne.
- Kartoffeln verteilen. Verteile das Speckfett auf zwei große Pfannen und gib jeweils 1 EL Rapsöl dazu. Erhitze es bei mittlerer Hitze und lege die Kartoffelscheiben möglichst nebeneinander hinein.
- Goldgelb braten. Lass die Scheiben zunächst etwa 5 Minuten liegen. Wende sie behutsam und brate sie insgesamt 18-20 Minuten, bis beide Seiten goldgelb und die Kartoffeln vollständig heiß sind.
- Zusammenführen. Verteile Speck und Zwiebeln auf beide Pfannen und erhitze alles weitere 2 Minuten. Schmecke mit Salz und Pfeffer ab und streue die Petersilie darüber.
Kalte Scheiben behalten ihre Form
Festkochende Kartoffeln sind hier die erste Wahl. Sie halten beim Kochen besser zusammen als mehligkochende Sorten. Die Universität von Minnesota beschreibt diese Sorteneigenschaft auch für das Braten übrig gebliebener gekochter Kartoffeln. Das hilft besonders beim Wenden dünner Scheiben.
Schneide die gekühlten Kartoffeln mit einem scharfen Messer. Etwa 5 mm sind ein guter Ausgangspunkt. Sehr dünne Scheiben brechen leichter, dicke Stücke brauchen länger zum Durchwärmen. Tupfe feuchte Schnittflächen vorsichtig ab. Wasche die gekochten Scheiben anschließend nicht noch einmal.
Falls du erst Kartoffeln kochen musst, gare ähnlich große Knollen mit Schale in leicht siedendem Wasser. Je nach Größe dauert das etwa 20-25 Minuten. Sie sollen gar sein, aber noch nicht aufplatzen. Gieße sie ab und kühle sie zügig. Das zusätzliche Kochen und Kühlen ist in den 45 Minuten dieses Rezepts nicht enthalten.
Freier Pfannenboden statt Kartoffelstapel
Die Scheiben brauchen direkten Kontakt zum Pfannenboden. Liegen mehrere Schichten übereinander, bekommen die oberen Kartoffeln kaum Farbe. Verteile die Menge deshalb auf zwei breite Pfannen mit etwa 30 cm Durchmesser. Entscheidend ist die tatsächlich nutzbare Bodenfläche. Wenn die Scheiben trotzdem stark überlappen, brate lieber kleinere Portionen nacheinander.
Nach dem Einlegen lässt du die Kartoffeln zunächst in Ruhe. Prüfe nach etwa 5 Minuten eine einzelne Scheibe. Hat sie unten eine goldgelbe Fläche, kannst du sie mit einem breiten Pfannenwender lösen. Ständiges Rühren zerlegt die Scheiben und unterbricht den Kontakt zum Boden.
Mehr Hitze ist keine Abkürzung. Wird das Fett rauchig oder die Oberfläche dunkel, reduziere die Herdstufe. Das BfR empfiehlt eine schonende, goldgelbe Bräunung. Es beschreibt außerdem meist geringere Acrylamidgehalte bei Bratkartoffeln aus vorgekochten Kartoffeln gegenüber solchen aus rohen Scheiben.
Zwiebeln zuletzt, Würze nach Bedarf
Zwiebeln würden während der gesamten Kartoffelbratzeit leicht zu dunkel werden. Deshalb brätst du sie zuerst mit dem Speck weich und nimmst beides heraus. Beim späteren Zusammenführen brauchen sie nur noch kurz warm zu werden. Schneide die Zwiebel in kleine Würfel, damit sie zwischen den Kartoffeln verteilt bleibt.
Salze erst nach dem Zugeben des Specks. Sein Salzgehalt unterscheidet sich je nach Produkt deutlich. Probiere eine Kartoffelscheibe zusammen mit einem Speckstück, bevor du nachwürzt. Die angegebene Salzmenge ist deshalb eine Obergrenze zum Abschmecken.
Für eine fleischlose Variante lässt du den Speck weg und verwendest insgesamt 3 EL Rapsöl. Brate die Zwiebel darin separat an. Ein wenig geräuchertes Paprikapulver kannst du zum Schluss einrühren. Dazu passen ein säuerlicher Gurkensalat oder geschmorte Pilze. Für die Variante mit Speck sind Spiegelei und grüner Salat unkomplizierte Begleiter. Die Beilagen sind nicht in den Nährwerten enthalten.
Reste kühlen und gründlich aufwärmen
Zum Vorbereiten lohnt sich vor allem das Kartoffelkochen am Vortag. Bewahre die gekühlten Kartoffeln abgedeckt im Kühlschrank auf und schneide sie erst kurz vor dem Braten. Die fertigen Bratkartoffeln schmecken frisch am knusprigsten. Beim Lagern wird ihre Oberfläche weicher.
Fülle Reste zum zügigen Abkühlen in flache Behälter und stelle sie zeitnah kühl. Das BfR empfiehlt für vorgekochte Mahlzeiten höchstens 7 °C im Kühlschrank, besser 5 °C. Verbrauche gegarte Reste innerhalb von 2-3 Tagen.
Erwärme nur die Portion, die du essen möchtest. Gib sie in eine Pfanne und wende die Scheiben gelegentlich. Beim Aufwärmen müssen alle Stellen mindestens 70 °C für 2 Minuten erreichen. Prüfe das bei Bedarf mit einem Lebensmittelthermometer. Wenn du zum gleichmäßigen Erwärmen kurz einen Deckel verwendest, nimm ihn anschließend wieder ab, damit die Oberfläche etwas trocknen kann.
Häufige Fragen
- Welche Kartoffeln eignen sich für Bratkartoffeln?
Für dieses Rezept eignen sich festkochende Kartoffeln. Sie bleiben beim Schneiden und Wenden eher als ganze Scheiben erhalten. Vorwiegend festkochende Kartoffeln gehen ebenfalls, brauchen aber etwas mehr Vorsicht beim Wenden.
- Kann ich Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln machen?
Ja, dafür brauchst du jedoch eine andere Garführung und mehr Zeit zum Durchgaren. Dieses Rezept ist ausdrücklich für bereits gekochte Kartoffeln ausgelegt. Ersetze sie deshalb nicht unverändert durch rohe Scheiben.
- Warum werden meine Bratkartoffeln nicht knusprig?
Häufig liegen zu viele Scheiben übereinander oder die Schnittflächen sind noch feucht. Verteile sie auf mehr Pfannenfläche und lass sie zunächst ungestört braten. Erhöhe die Hitze nicht stark, wenn die Kartoffeln bereits Farbe bekommen.
- Kann ich den Speck weglassen?
Ja. Verwende ohne Speck insgesamt 3 EL Rapsöl und brate die Zwiebel separat darin an. Damit ist diese Variante vegan, solange du keine tierischen Beilagen hinzufügst.
- Wie lange kann ich Bratkartoffeln aufbewahren?
Kühle Reste zügig und bewahre sie abgedeckt im Kühlschrank auf. Verbrauche sie innerhalb von 2-3 Tagen. Beim erneuten Erwärmen sollen sie überall mindestens 70 °C für 2 Minuten erreichen.
- Was passt zu Bratkartoffeln mit Speck?
Ein Spiegelei und ein säuerlicher Gurkensalat passen gut zur herzhaften Pfanne. Auch grüner Salat oder gedünstetes Gemüse ergänzen sie. Die Rezeptmenge ergibt vier Beilagenportionen oder zwei größere Portionen als Hauptgericht.