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Rotkohl soll weich sein, aber noch erkennbare Streifen haben. In diesem Rezept bringen Äpfel eine milde Fruchtigkeit mit. Apfelessig hält die Süße in Schach und Johannisbeergelee rundet den Geschmack am Ende ab.
Die Beilage passt zum Sonntagsbraten genauso wie zu Kartoffelklößen mit Pilzsoße. Nach dem Schneiden übernimmt der zugedeckte Topf den größten Teil der Arbeit. Du musst nur gelegentlich umrühren und die Flüssigkeit im Blick behalten.
Kohl, Äpfel und behutsame Würze
Nimm einen festen Rotkohlkopf mit knackigen Blättern und wiege ihn nach dem Putzen ab. Säuerliche Äpfel wie Boskoop passen gut zur kleinen Menge Zucker und zum Johannisbeergelee.
- Rotkohl. Fein geschnittene Streifen werden gleichmäßig weich und behalten ihre Form.
- Äpfel. Kleine Würfel garen mit und geben dem Kohl eine fruchtige Note.
- Zwiebel und Rapsöl. Sanft angeschwitzte Zwiebel bildet die herzhafte Grundlage.
- Zucker. Eine kleine Menge gleicht die Säure aus.
- Apfelessig. Er bringt eine klare Säure in die Beilage.
- Wasser. Es liefert die nötige Schmorflüssigkeit ohne zusätzliche Aromen.
- Lorbeer und Gewürznelken. Sie würzen den Kohl zurückhaltend und werden vor dem Servieren entfernt.
- Johannisbeergelee. Es ergänzt am Schluss Süße und Fruchtigkeit.
Rotkohl langsam weich schmoren
- Alles vorbereiten. Entferne äußere Blätter und Strunk. Schneide 1 kg geputzten Kohl in etwa 2-3 mm breite Streifen. Schäle und würfle Zwiebel und Äpfel. Gib Lorbeer und Nelken in ein Gewürzsäckchen.
- Zwiebel anschwitzen. Erhitze das Öl in einem großen Topf. Dünste die Zwiebel bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten glasig. Rühre den Zucker ein.
- Kohl zusammenfallen lassen. Gib den Kohl portionsweise dazu und wende ihn insgesamt etwa 5 Minuten. Mische die Äpfel unter.
- Zugedeckt schmoren. Füge Essig, 200 ml Wasser, Salz, Pfeffer und das Gewürzsäckchen hinzu. Bringe alles zum Köcheln und schmore es zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 60 Minuten. Rühre alle 15 Minuten um. Ergänze bei trockenem Topfboden etwas Wasser.
- Flüssigkeit reduzieren. Prüfe, ob die Streifen weich genug sind. Entferne die Gewürze und lasse überschüssige Flüssigkeit bei offenem Deckel etwa 5 Minuten einkochen.
- Fruchtig abschmecken. Rühre das Johannisbeergelee ein. Probiere den Kohl und ergänze bei Bedarf wenig Salz oder einige Tropfen Essig. Serviere ihn heiß.
Zarte Streifen statt wässrigem Kohl
Gleichmäßiges Schneiden macht hier mehr aus als besonders viele Gewürze. Dicke Stücke brauchen länger als feine Streifen. Entferne deshalb auch die festen Strunkansätze gründlich. Schneide die Viertel mit der flachen Seite auf dem Brett. So liegen sie stabil und lassen sich kontrolliert zerteilen.
Der Kohl soll in wenig Flüssigkeit schmoren. Er muss nicht vollständig darin liegen. Ein gut schließender Deckel hält die Feuchtigkeit im Topf. Auch die Universität Maine beschreibt das zugedeckte Garen von Kohl mit Apfel bei niedriger Hitze und regelmäßigem Umrühren.
Prüfe nach etwa 50 Minuten einen Streifen. Er soll sich leicht kauen lassen und keinen harten Kern mehr haben. Ist er noch zu fest, gib ihm weitere Zeit. Ist der Topfboden trocken, ergänze 2-3 Esslöffel Wasser. Viel Flüssigkeit wird erst am Ende ohne Deckel reduziert.
Süße und Säure richtig ausbalancieren
Der Apfelessig kommt mit der Schmorflüssigkeit in den Topf. Seine Säure beeinflusst auch die Farbe. Die Farbstoffe des Rotkohls reagieren auf das saure Milieu und verschieben sich in Richtung Rot. Diesen Zusammenhang erklärt das Exploratorium anhand von geschmortem Gemüse. Ein kräftiger rötlich-violetter Ton passt deshalb zu dieser Zubereitung.
Die genaue Süße hängt von den Äpfeln und vom Gelee ab. Gib das Gelee erst nach dem Einkochen hinein. Dann beurteilst du den fertigen Geschmack und verdünnst ihn nicht später wieder. Probiere einen leicht abgekühlten Löffel. Sehr heißes Essen lässt sich schwerer abschmecken.
Schmeckt der Kohl zu süß, helfen wenige Tropfen Essig. Wirkt er zu sauer, rühre zunächst einen Teelöffel zusätzliches Gelee ein. Fehlt ihm insgesamt Ausdruck, prüfe zuerst das Salz. Nach jeder kleinen Änderung gründlich umrühren und erneut kosten.
Austauschen ohne den Geschmack zu überladen
Du kannst statt Apfelessig einen milden Rotweinessig verwenden. Beginne ebenfalls mit 3 Esslöffeln und schmecke am Ende nach. Die tatsächliche Säure unterscheidet sich je nach Produkt. Dunkler Balsamico bringt eine eigene Süße mit und verändert den Geschmack deutlich. Er ist deshalb keine neutrale Alternative.
Für das Johannisbeergelee eignet sich Preiselbeerkonfitüre als fruchtiger Ersatz. Sie enthält kleine Fruchtstücke und schmeckt anders, passt aber zur Beilage. Ohne Gelee kannst du den fertig geschmorten Kohl mit etwas zusätzlichem Zucker abrunden. Gib ihn teelöffelweise hinein und lasse ihn vollständig auflösen.
Rapsöl hält diese Variante vegan. Butter ist eine mögliche Abwandlung, macht sie aber milchhaltig. Gewürze lassen sich ebenfalls reduzieren. Wenn du Nelken nicht magst, lasse sie weg und behalte den Lorbeer. Serviere den Kohl zu Kartoffelklößen und einer kräftigen Pilzsoße. Auch Kartoffelpüree oder gebratene Kartoffeln nehmen die leicht fruchtige Schmorflüssigkeit gut auf.
Vorkochen, kühlen und portionsweise aufwärmen
Du kannst den Rotkohl am Vortag vollständig zubereiten. Verteile ihn anschließend zum zügigen Abkühlen auf flache Behälter und stelle ihn zeitnah in den Kühlschrank. Verschließe die Behälter für die Lagerung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für vorgekochte Speisen höchstens 7 °C Kühlschranktemperatur, besser 5 °C. Verbrauche den Kohl innerhalb von 2-3 Tagen oder friere ihn portionsweise ein.
Erwärme nur die Menge, die du essen möchtest. Gib sie mit einem kleinen Schluck Wasser in einen Topf und rühre regelmäßig um. Beim Aufwärmen sollen alle Stellen mindestens 70 °C für 2 Minuten erreichen. Gefrorene Portionen kannst du über Nacht im Kühlschrank auftauen.
Praktisch sind kleine Behälter für jeweils eine Mahlzeit. Beschrifte sie mit dem Zubereitungsdatum. Beim erneuten Erwärmen kann der Kohl etwas Flüssigkeit benötigen. Schmecke ihn nach dem Erhitzen nochmals ab.
Häufige Fragen
- Wie lange muss frischer Rotkohl kochen?
Für die etwa 2-3 mm breiten Streifen sind rund 60 Minuten Schmorzeit vorgesehen. Hinzu kommen Anschwitzen und kurzes Einkochen. Prüfe die Konsistenz gegen Ende, denn dickere Streifen oder besonders feste Blätter können länger brauchen.
- Kann ich Rotkohl ohne Johannisbeergelee machen?
Ja, lasse das Gelee weg und schmecke den Kohl zum Schluss mit etwas Zucker ab. Beginne mit einem Teelöffel und probiere erneut. Preiselbeerkonfitüre ist eine fruchtige Alternative, die kleine Fruchtstücke mitbringt.
- Kann ich den Rotkohl am Vortag vorbereiten?
Ja, gare ihn vollständig und kühle ihn anschließend zügig in flachen Behältern. Lagere ihn im Kühlschrank und verbrauche ihn innerhalb von 2-3 Tagen. Erwärme die benötigte Portion mit etwas Wasser unter regelmäßigem Umrühren.
- Was mache ich, wenn der Rotkohl zu flüssig ist?
Nimm den Deckel ab und lasse die Flüssigkeit bei mittlerer Hitze einkochen. Rühre dabei häufiger um, damit der Kohl nicht ansetzt. Gib das Gelee erst danach hinzu und schmecke zum Schluss ab.
- Ist dieses Rotkohlrezept vegan und glutenfrei?
Die Grundzutaten sind vegan und von Natur aus glutenfrei. Das Rezept verwendet Rapsöl und Wasser statt Butter und Brühe. Prüfe bei abgepacktem Gelee und Essig die Zutaten und Allergenhinweise des jeweiligen Produkts.
- Wozu passt Apfelrotkohl als Beilage?
Er passt zu Rouladen, Braten und Kartoffelklößen. Für ein veganes Essen serviere ihn mit Klößen ohne tierische Zutaten und einer Pilzsoße. Auch Kartoffelpüree passt gut zur milden Süße und Säure.