Wildschweingulasch mit kräftiger Schmorsoße

Von: Leckerkniff-Crew Aktualisiert am 7. Oktober 2026 Deutsche Klassiker

Tags: #wildschwein #gulasch #schmorgericht #rotwein #sonntagsessen

Wildschweingulasch mit dunkler Rotweinsoße und Möhren in einer hellen Keramikschale Pin it
Wildschweingulasch mit dunkler Rotweinsoße und Möhren in einer hellen Keramikschale

Wildschweingulasch braucht Zeit im Topf. Dafür bekommst du kräftig gebräunte Fleischstücke in einer dunklen Soße, die gut zu Klößen oder Spätzle passt. Wacholder gibt eine würzige Note. Ein wenig Preiselbeere gleicht die herbe Rotweinsoße aus.

Für diese Version verwendest du Schulterfleisch und reichlich Zwiebeln. Eine lange Marinierzeit entfällt. Entscheidend sind kleine Bratportionen und ein leises Köcheln unter dem Deckel. So lässt sich das Gulasch auch gut für ein Essen mit Gästen vorbereiten.

Schulterfleisch, Zwiebeln und Waldgewürze

Bestelle Wildschweinschulter zum Schmoren und achte auf eine nachvollziehbare Herkunft. Verwende trockenen Rotwein und eine mild gesalzene Brühe, damit die eingekochte Soße ausgewogen bleibt.

Wildschweinfleisch, Gemüse, Rotwein, Brühe und Gewürze für Wildschweingulasch
Wildschweinfleisch, Gemüse, Rotwein, Brühe und Gewürze für Wildschweingulasch
  • Wildschweinschulter. Gleichmäßige Würfel lassen sich gut anbraten und auf Zartheit prüfen.
  • Rapsöl. Es dient zum Anbraten und bringt keinen ausgeprägten Eigengeschmack mit.
  • Zwiebeln. Sie geben der Soße Körper und eine milde Süße.
  • Möhren und Knoblauch. Sie ergänzen das Fleisch mit süßlichen und würzigen Noten.
  • Tomatenmark und Paprikapulver. Sie sorgen für Farbe und einen herzhaften Soßenansatz.
  • Rotwein und Rinderbrühe. Sie lösen den Bratensatz und bilden die Schmorflüssigkeit.
  • Wacholder, Lorbeer und Thymian. Sparsam dosiert begleiten sie den Wildgeschmack.
  • Preiselbeerkonfitüre. Eine kleine Menge rundet die fertige Soße ab.

Erst bräunen, dann leise schmoren

  1. Alles vorbereiten. Schneide das trocken getupfte Fleisch in etwa 3 cm große Würfel. Würfle Zwiebeln und Möhren und hacke den Knoblauch. Gib angedrückten Wacholder, Lorbeer und Thymian in einen lebensmittelechten Gewürzbeutel.
  2. Fleisch portionsweise bräunen. Erhitze das Öl im schweren Bräter. Brate das Fleisch in drei Portionen jeweils etwa 5-6 Minuten bei mittlerer bis hoher Hitze an und nimm es heraus.
  3. Gemüse anrösten. Brate Zwiebeln und Möhren im selben Topf etwa 8 Minuten. Rühre Knoblauch und Tomatenmark ein und röste sie 1 Minute mit. Ziehe den Topf kurz von der Hitze und mische das Paprikapulver unter.
  4. Bratensatz lösen. Gieße den Rotwein an und löse den braunen Satz mit einem Holzlöffel. Lasse den Wein 4-5 Minuten offen einkochen. Gib Fleisch, Fleischsaft, Brühe und Gewürzbeutel dazu. Würze mit Salz und Pfeffer.
  5. Mit Deckel schmoren. Koche alles auf und reduziere die Hitze. Lasse das Gulasch 120-150 Minuten zugedeckt sanft köcheln. Rühre etwa alle 30 Minuten um und ergänze bei Bedarf heißes Wasser. Die Fleischstücke sollen fast von Flüssigkeit bedeckt sein.
  6. Garzustand prüfen. Das Fleisch soll sich mit einer Gabel leicht teilen lassen. Prüfe zusätzlich mit einem sauberen Fleischthermometer mehrere große Stücke. Im Inneren müssen mindestens 72 °C für 2 Minuten erreicht werden. Festes Fleisch braucht weitere Schmorzeit.
  7. Soße fertigstellen. Entferne den Gewürzbeutel und rühre die Preiselbeerkonfitüre ein. Lasse die Soße bei Bedarf 10-15 Minuten offen einkochen. Nimm zartes Fleisch dafür vorübergehend heraus und gib es anschließend zum Erhitzen zurück.
Fleisch anbraten, Gemüse rösten, Wildschweingulasch schmoren und fertig servieren
Fleisch anbraten, Gemüse rösten, Wildschweingulasch schmoren und fertig servieren

Bratfläche braucht Platz

Ein voller Topf macht das Anbraten unnötig schwierig. Lege die Fleischwürfel nebeneinander und lasse kleine Lücken. Die erste Seite darf zunächst ungestört bräunen. Wende erst, wenn sich eine braune Fläche gebildet hat. Für einen Bräter mit etwa 26 cm Durchmesser sind drei Portionen bei dieser Fleischmenge ein brauchbarer Ausgangspunkt.

Die Bräunung beruht unter anderem auf der Maillard-Reaktion. Dabei reagieren Bestandteile von Eiweiß und Zucker miteinander. Die fleischwissenschaftliche Erklärung der Texas A&M University beschreibt außerdem die Umwandlung von Kollagen in Gelatine beim Erhitzen. Für dein Gulasch bedeutet das praktisch, dass braune Oberflächen und weiches Fleisch zwei getrennte Arbeitsschritte brauchen.

Halte den Topfboden im Blick. Dunkelbraune Rückstände kommen später in die Soße. Schwarze Stellen schmecken bitter. Reduziere rechtzeitig die Hitze, statt das Gemüse auf einem verbrannten Ansatz weiterzubraten.

Wildschweingulasch sicher vorbereiten

Kaufe Wildschweinfleisch bei einer verlässlichen Bezugsquelle. Frage bei direktem Bezug ausdrücklich nach der abgeschlossenen Trichinenuntersuchung und der Freigabe zum Verzehr. Das Bundesportal zur amtlichen Untersuchung erläutert die Untersuchungspflicht für Wildschweine, die als Lebensmittel verwendet werden sollen.

Bewahre das Fleisch bis zur Verarbeitung gekühlt auf. Tupfe es trocken und verwende für rohes Fleisch ein eigenes Brett. Reinige Hände, Messer und Arbeitsfläche anschließend gründlich. Beilagen und verzehrfertige Lebensmittel sollen keinen Kontakt mit rohem Fleischsaft bekommen.

Für Wildfleisch empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung mindestens 72 °C im Inneren für zwei Minuten. Prüfe mehrere große Würfel mit einem Fleischthermometer. Die Farbe allein ersetzt diese Kontrolle nicht. Die lange Schmorzeit dient zusätzlich der gewünschten Zartheit. Ein Stück kann die erforderliche Temperatur bereits erreicht haben und trotzdem noch fest sein.

Eine kräftige Soße ohne Mehl

Die Zwiebeln werden während des Schmorens weich und verbinden sich mit der Flüssigkeit. Trotzdem kann die Soße am Ende noch zu dünn sein. Nimm dann das zarte Fleisch mit einer Schaumkelle heraus und lasse die Flüssigkeit offen einkochen. Rühre regelmäßig bis zum Topfboden. Sobald die Soße den Löffel leicht überzieht, kommt das Fleisch zurück.

Ist sie bereits zu konzentriert, hilft heißes Wasser in kleinen Schlucken. Würze deshalb erst nach dem Einkochen endgültig mit Salz. Gib die Preiselbeerkonfitüre ebenfalls zum Schluss hinein. Mehr als die angegebene Menge würde die herbe Soße deutlich süßer machen.

Ohne Wein verwendest du 200 ml zusätzliche Brühe. Ein bis zwei Teelöffel Rotweinessig geben beim Abschmecken etwas Säure. Dazu passen Salzkartoffeln oder Kartoffelklöße. Spätzle nehmen die Soße ebenfalls gut auf. Halte die Beilage eher schlicht, damit Wacholder und Fleisch im Vordergrund bleiben.

Vorkochen ohne langen Aufenthalt auf dem Herd

Zum Vorbereiten kochst du das Gulasch vollständig fertig. Verteile die Reste anschließend auf kleine, flache Behälter. Lasse den schweren Bräter nicht über Stunden auf der ausgeschalteten Platte stehen. Stelle die Portionen innerhalb von zwei Stunden in den Kühlschrank und bewahre sie bei höchstens 4 °C auf.

Die Hinweise von FoodSafety.gov zu Speiseresten empfehlen flache Behälter und eine Kerntemperatur von 74 °C beim Wiedererhitzen. Für diesen Entwurf ist ein Verbrauch innerhalb von drei Tagen vorgesehen. Erwärme nur die benötigte Menge. Rühre regelmäßig und prüfe auch die Fleischstücke mit dem Thermometer.

Zum Einfrieren portionierst du das abgekühlte Gulasch mitsamt Soße. Für gute Qualität verbrauchst du es innerhalb von drei Monaten. Taue es im Kühlschrank auf. Beim Erwärmen kann etwas Wasser nötig sein, weil die Soße nach dem Kühlen fester wirkt. Die Beilagen bereitest du möglichst frisch zu.

Zartes Wildschweingulasch mit Möhren und kräftiger brauner Rotweinsoße
Zartes Wildschweingulasch mit Möhren und kräftiger brauner Rotweinsoße

Häufige Fragen

Welches Fleisch eignet sich für Wildschweingulasch?

Verwende vorzugsweise Wildschweinschulter ohne Knochen. Lass dir beim Einkauf ausdrücklich Fleisch zum langen Schmoren geben und schneide es in etwa 3 cm große Würfel. Rücken oder Filet sind für diese lange Garzeit keine sinnvolle Wahl.

Wie lange muss Wildschweingulasch schmoren?

Rechne für etwa 3 cm große Schulterwürfel mit 120-150 Minuten ab dem Aufkochen. Prüfe anschließend mit einer Gabel, ob sich ein Stück leicht teilen lässt. Ist es noch fest, schmore es in Abschnitten von jeweils 15 Minuten weiter und kontrolliere die Flüssigkeit.

Kann ich den Rotwein ersetzen?

Ersetze die 200 ml Rotwein durch 200 ml zusätzliche Brühe. Schmecke die fertige Soße mit 1-2 TL Rotweinessig ab und beginne mit der kleineren Menge. Die Soße wird dadurch etwas weniger herb und schmeckt stärker nach Fleisch und Gemüse.

Kann ich Wildschweingulasch am Vortag kochen?

Ja. Verteile das fertige Gulasch zum Abkühlen auf flache Behälter und stelle es innerhalb von zwei Stunden in den Kühlschrank. Bewahre es bei höchstens 4 °C auf und verbrauche es innerhalb von drei Tagen. Erhitze es beim Aufwärmen unter Rühren auf mindestens 74 °C im Inneren der Fleischstücke.

Warum ist mein Wildschweingulasch noch zäh?

Bei Schulterfleisch kann die Schmorzeit noch nicht ausreichen. Gib bei Bedarf etwas heißes Wasser dazu und gare bei geringer Hitze weiter. Ein trockenes Stück aus einem sehr mageren Teilstück wird durch zusätzliche Garzeit dagegen nicht zuverlässig saftig.

Ist dieses Wildschweingulasch glutenfrei und milchfrei?

Die Rezeptfassung ist glutenfrei und milchfrei, wenn du die ausdrücklich angegebene glutenfreie, milchfreie Brühe verwendest. Gebunden wird die Soße durch die Zwiebeln und das Einkochen. Wähle passende Beilagen wie Salzkartoffeln und prüfe bei fertigen Produkten die Zutatenliste.

Quellen

Für die Erstellung und Qualitätssicherung der Inhalte wurden verlässliche Quellen verwendet.

Wildschweingulasch mit Rotwein und Wacholder

Vorbereitungszeit:
25 Minuten
Aktive Zeit:
180 Minuten
Gesamtzeit:
205 Minuten
Portionen:
4
Wildschweingulasch mit dunkler Rotweinsoße und Möhren in einer hellen Keramikschale

Langsam geschmortes Wildschweingulasch mit Zwiebeln, Möhren und einer kräftigen Rotweinsoße. Wacholder und etwas Preiselbeere runden den Geschmack ab.

Das brauchst du

  • Für Fleisch und Soßenansatz

  • Zum Schmoren und Abschmecken

So geht’s

1.

1. Fleisch und Gemüse vorbereiten: Das Fleisch trocken tupfen und in etwa 3 cm große Würfel schneiden. Zwiebeln schälen und würfeln. Möhren schälen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Knoblauch fein hacken. Wacholder leicht andrücken und zusammen mit Lorbeer und Thymian in einen lebensmittelechten Gewürzbeutel geben.

2.

2. Fleisch portionsweise anbraten: Das Rapsöl in einem schweren Bräter bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Das Fleisch in drei Portionen jeweils etwa 5-6 Minuten rundherum braun anbraten. Zwischen den Würfeln Platz lassen. Jede Portion herausnehmen und den austretenden Fleischsaft auffangen.

3.

3. Soßenansatz rösten: Zwiebeln und Möhren im Bratfett bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten unter gelegentlichem Rühren braten. Knoblauch und Tomatenmark hinzufügen und 1 Minute mitrösten. Den Bräter kurz von der Hitze ziehen und das Paprikapulver einrühren.

4.

4. Ablöschen und aufkochen: Rotwein angießen und den braunen Bratensatz mit einem Holzlöffel lösen. Zurück auf die Herdplatte stellen und 4-5 Minuten offen einkochen lassen. Fleisch samt aufgefangenem Saft, Rinderbrühe und Gewürzbeutel hinzufügen. Mit 1 TL Salz und dem Pfeffer würzen. Alles aufkochen. Das Fleisch soll fast von Flüssigkeit bedeckt sein. Bei Bedarf etwas vom heißen Wasser ergänzen.

5.

5. Sanft schmoren: Die Hitze reduzieren und den Deckel auflegen. Das Gulasch 120-150 Minuten sanft köcheln lassen. Es sollen nur kleine Blasen aufsteigen. Etwa alle 30 Minuten umrühren und den Flüssigkeitsstand prüfen. Bei Bedarf heißes Wasser in kleinen Mengen nachgießen.

6.

6. Zartheit und Temperatur kontrollieren: Ein großes Fleischstück mit einer Gabel prüfen. Es soll sich leicht teilen lassen. Mit einem sauberen Fleischthermometer mehrere große Würfel kontrollieren. Im Inneren müssen mindestens 72 °C für 2 Minuten erreicht werden. Ist das Fleisch noch fest, jeweils weitere 15 Minuten zugedeckt schmoren und erneut prüfen.

7.

7. Soße abrunden: Den Gewürzbeutel entfernen. Preiselbeerkonfitüre einrühren. Ist die Soße dünn, das zarte Fleisch herausnehmen und die Soße 10-15 Minuten offen einkochen lassen. Dabei regelmäßig umrühren. Fleisch zurückgeben und vollständig erhitzen. Eine zu dicke Soße mit etwas heißem Wasser verdünnen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und heiß servieren.

Gut zu wissen

  1. Ergibt 4 großzügige Portionen. Beilagen sind nicht in den Mengen oder Nährwerten enthalten.
  2. Die Kochzeit von 180 Minuten ist ein Richtwert einschließlich Anbraten und Fertigstellen. Festeres Fleisch kann länger brauchen.
  3. Nährwerte sind grobe Schätzungen pro Portion. Fettgehalt des Fleisches, Brühe und verbleibender Weinanteil beeinflussen die Werte.
  4. Für eine Variante ohne Wein 200 ml zusätzliche Brühe verwenden und am Ende mit 1-2 TL Rotweinessig abschmecken.

Benötigte Werkzeuge

  • Schwerer Bräter mit Deckel, etwa 4-5 Liter Fassungsvermögen
  • Schneidebrett und scharfes Messer
  • Holzlöffel und Schaumkelle
  • Lebensmittelechter Gewürzbeutel
  • Fleischthermometer

Informationen zu Allergenen

Prüfe die Zutaten auf mögliche Allergene und frage medizinisches Fachpersonal, wenn du unsicher bist.
  • Rotwein kann Sulfite enthalten.
  • Rinderbrühe kann Sellerie enthalten. Zutatenliste prüfen.

Nährwerte (pro Portion)

Bitte beachte, dass die Angaben ungefähre Werte sind und nicht als medizinischer Rat verwendet werden sollten.
  • Kalorien: 470
  • Fett gesamt: 18 g
  • Kohlenhydrate gesamt: 18 g
  • Protein: 54 g