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Deutsches Sauerkraut mit Apfel verbindet die herzhafte Säure des Krauts mit weichen, leicht süßen Apfelstücken. Zwiebel und Lorbeer geben der Beilage Tiefe. Ein wenig Kümmel rundet sie ab.
Du brauchst dafür fertig fermentiertes Sauerkraut und einen normalen Kochtopf. Diese Variante kommt ohne Speck und Brühe aus. Nach etwa 45 Minuten steht eine saftige Beilage auf dem Tisch, die zu Kartoffeln ebenso gut passt wie zu Bratwurst.
Kraut, Apfel und leise Würze
Verwende naturbelassenes, pasteurisiertes Sauerkraut ohne fertige Würzsauce. Ein süßsäuerlicher Apfel mit festem Fruchtfleisch bringt einen angenehmen Gegenpol zur Säure.
- Sauerkraut. Fertig fermentierter Weißkohl bildet die herzhafte Grundlage. Die Menge im Rezept bezieht sich auf das abgetropfte Kraut.
- Apfel. Dünne Stücke werden beim Schmoren weich und bringen eine dezente Süße mit.
- Zwiebel. Sanft angeschwitzt sorgt sie für eine runde, herzhafte Basis.
- Rapsöl. Es eignet sich zum Anschwitzen und hält die Beilage rein pflanzlich.
- Lorbeer und Kümmel. Sie würzen zurückhaltend, damit der Apfel noch zu schmecken ist.
- Wasser. Eine kleine Menge verhindert das Ansetzen, ohne zusätzliche Salzigkeit einzubringen.
Sauerkraut mit Apfel sanft schmoren
- Alles vorbereiten. Das Sauerkraut abtropfen lassen, aber nicht ausdrücken. Zwiebel fein würfeln. Den gewaschenen Apfel schälen, entkernen und in etwa 5 mm dünne Stücke schneiden.
- Zwiebel anschwitzen. Rapsöl im Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Die Zwiebel darin etwa 5 Minuten glasig dünsten, ohne sie dunkel zu braten.
- Apfel zugeben. Apfelstücke und Kümmel unterrühren. Etwa 2 Minuten mitdünsten.
- Kraut schmoren. Sauerkraut, Wasser und Lorbeer zugeben. Unter Rühren zum leichten Köcheln bringen. Zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 20 Minuten garen und zwischendurch umrühren.
- Flüssigkeit abstimmen. Den Deckel abnehmen und etwa 3-5 Minuten weiterköcheln. Das Kraut soll saftig bleiben. Bei trockenem Topfboden etwas Wasser nachgießen.
- Abschmecken und servieren. Lorbeer herausnehmen. Pfeffer einrühren und erst nach dem Probieren bei Bedarf etwas Salz zugeben. Heiß servieren.
Die Säure vorab einschätzen
Probiere eine kleine Menge des verzehrfertigen Krauts vor dem Kochen. Manche Sorten schmecken mild, andere deutlich säuerlicher. Im Grundrezept wird es nur abgetropft. So bleibt sein eigener Geschmack erhalten. Drücke die Fasern nicht kräftig aus, denn etwas anhaftende Flüssigkeit ist beim Schmoren willkommen.
Schmeckt dir das Kraut schon vorher zu sauer, kannst du es kurz mit kaltem Wasser abspülen und danach abtropfen lassen. Die Fachbroschüre der University of Wisconsin beschreibt diese Möglichkeit für einen milderen Geschmack. Sie nennt außerdem langsames Köcheln mit Apfel und Zwiebel als Zubereitungsvariante.
Der Apfel ergänzt Süße, entfernt aber die Säure nicht. Gib deshalb nicht sofort Zucker hinzu. Lass die Zutaten zunächst zusammen garen und entscheide erst danach, ob dir die Balance gefällt. Salz kommt ebenfalls zuletzt, weil Sauerkraut bereits gesalzen ist.
Saftig halten statt trocken braten
Das Kraut soll leise köcheln. Es braucht keine kräftige Brathitze. Sobald kleine Blasen am Rand aufsteigen, stellst du den Herd herunter und legst den Deckel auf. Dadurch bleibt die Flüssigkeit länger im Topf. Die Krautfasern werden weicher und die Apfelstücke können garen, ohne am Boden anzusetzen.
Rühre nach ungefähr 10 Minuten einmal gründlich vom Boden her durch. Bei einem breiten Topf verdunstet mehr Wasser als bei einem schmalen. Falls kaum Flüssigkeit sichtbar ist, ergänze esslöffelweise Wasser. Am Ende soll keine große Pfütze bleiben. Das Kraut darf aber feucht glänzen.
Die angegebene Garzeit gilt für pasteurisiertes Sauerkraut. Prüfe eine Gabel voll nach 20 Minuten. Für eine weichere Konsistenz kannst du es weitere 5-10 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Ergänze dabei bei Bedarf Wasser. Plane diese zusätzliche Zeit ein, statt die Hitze hochzudrehen.
Passende Beilagen und kleine Abwandlungen
Für eine einfache Mahlzeit passen Salzkartoffeln und separat gebratene Pilze dazu. Das Kraut bringt bereits Säure mit, deshalb brauchst du keine zusätzliche säuerliche Sauce. Auch Kartoffelpüree oder knusprige Bratkartoffeln funktionieren gut. Die Rezeptmenge ergibt vier Beilagenportionen. Als Hauptbestandteil einer Mahlzeit reicht sie eher für zwei Personen mit einer sättigenden Ergänzung.
Zu Bratwurst oder Schweinebraten kannst du das Sauerkraut ebenfalls reichen. Bereite Fleisch getrennt nach einem passenden Rezept zu. Die Garzeit dieser Gemüsebeilage ist keine Anleitung zum Garen von Fleisch im selben Topf.
Falls du Kümmel nicht magst, lass ihn weg und behalte den Lorbeer bei. Für eine Variante ohne Apfel kannst du eine feste Birne in derselben vorbereiteten Menge verwenden. Sie verändert den Geschmack und kann schneller weich werden. Bleib beim Wasser als Schmorflüssigkeit, wenn du die klare Apfelnote erhalten möchtest.
Reste zügig kühlen und aufwärmen
Fülle übrig gebliebenes Kraut zum schnellen Abkühlen in flache, saubere Behälter. Lass den großen Topf nicht stundenlang auf dem Herd stehen. Bewahre die Portionen anschließend abgedeckt im Kühlschrank auf. Für vorgekochte Speisen empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung den Verbrauch innerhalb von 2-3 Tagen. Die Kühlschranktemperatur sollte höchstens 7 °C betragen, besser sind 5 °C.
Zum Aufwärmen gibst du die benötigte Portion mit etwas Wasser in einen kleinen Topf. Erhitze sie unter regelmäßigem Rühren gleichmäßig auf über 70 °C für mindestens 2 Minuten an allen Stellen. Mit einem Küchenthermometer lässt sich das prüfen. Erwärme nur die Menge, die du essen möchtest.
Du kannst abgekühlte Portionen auch einfrieren. Beschrifte den Behälter mit dem Datum und taue das Kraut später im Kühlschrank auf. Die Apfelstücke können danach weicher sein. Das stört bei dieser geschmorten Beilage meist wenig.
Häufige Fragen
- Welches Sauerkraut eignet sich für das Rezept?
Verwende naturbelassenes, pasteurisiertes Sauerkraut aus Glas, Dose oder Beutel. Du brauchst 500 g nach dem Abtropfen. Bereits fertig gewürzte Produkte verändern die Salzmenge und den Geschmack.
- Welcher Apfel passt zu Sauerkraut?
Ein süßsäuerlicher Apfel mit festem Fruchtfleisch passt gut. Schneide ihn nach dem Schälen und Entkernen etwa 5 mm dünn. Sehr weiche Äpfel zerfallen beim Schmoren leichter.
- Muss ich Sauerkraut vor dem Kochen waschen?
Für dieses Rezept reicht Abtropfen. Wenn dir das Kraut zu sauer schmeckt, kannst du es kurz unter kaltem Wasser abspülen. Lass es anschließend gut abtropfen und würze erst am Ende nach.
- Kann ich Sauerkraut mit Apfel vorbereiten?
Ja, du kannst die Beilage am Vortag kochen. Kühle sie zügig ab und lagere sie abgedeckt im Kühlschrank. Verbrauche sie innerhalb von 2-3 Tagen und erhitze sie beim Aufwärmen an allen Stellen für mindestens 2 Minuten auf über 70 °C.
- Ist dieses Apfelsauerkraut vegan und glutenfrei?
Die hier aufgeführten Zutaten sind vegan und glutenfrei. Verwende Sauerkraut ohne tierische Zusätze oder zusätzliche Saucen. Wenn du Wasser durch Brühe ersetzt, prüfe deren Zutaten und Allergenhinweise.
- Wie verdopple ich die Menge?
Verdopple die Zutaten und verwende einen ausreichend großen Topf. Die Schmorzeit bleibt ungefähr gleich, das Erwärmen dauert jedoch länger. Prüfe beim Rühren, ob noch genug Flüssigkeit am Boden steht.