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Wirsingeintopf mit Kartoffeln und Mettwürstchen bringt ein kräftiges Mittagessen aus einem einzigen Topf auf den Tisch. Die gewellten Kohlblätter werden weich, behalten aber Struktur. Dazwischen liegen Kartoffelwürfel und rauchig gewürzte Wurstscheiben.
Für diese Variante brauchst du weder Speck noch Sahne. Möhren geben etwas Süße, Majoran begleitet die Mettwürstchen und ein kleiner Teil der Kartoffeln bindet die Brühe. Plane etwa eine Stunde ein. Das Rezept ergibt vier großzügige Portionen.
Wirsing, Kartoffeln und rauchige Mettwürstchen
Wähle einen Wirsing mit festen Blättern und wiege ihn nach dem Entfernen von Strunk und beschädigten Außenblättern ab. Geräucherte Mettwürstchen zum Mitgaren und eine salzarme Brühe lassen dir beim Abschmecken Spielraum.
- Wirsing. Seine gewellten Blätter geben dem Eintopf Substanz und einen kräftigen Kohlgeschmack.
- Vorwiegend festkochende Kartoffeln. Sie bleiben überwiegend stückig und lassen sich zum Binden teilweise zerdrücken.
- Zwiebel und Möhren. Sie bilden die leicht süßliche Grundlage der Brühe.
- Rapsöl. Darin schwitzt du das Gemüse an.
- Gemüsebrühe. Eine salzarme Variante gleicht die Würze der Mettwürstchen aus.
- Mettwürstchen. Geräucherte Würstchen zum Mitgaren liefern den herzhaften Geschmack.
- Majoran und Kümmel. Sie würzen den Kohl, ohne die Wurst zu überdecken.
- Muskat und schwarzer Pfeffer. Kleine Mengen runden den fertigen Eintopf ab.
Anschwitzen, köcheln und leicht binden
- Gemüse vorbereiten. Wasche die Wirsingblätter und schneide sie ohne dicke Blattrippen in etwa 2 cm breite Streifen. Schneide die geschälten Kartoffeln in 2 cm große Würfel, die Möhren in dünne Scheiben und die Zwiebel in kleine Würfel.
- Die Grundlage anschwitzen. Erhitze das Öl in einem großen Topf. Dünste die Zwiebel bei mittlerer Hitze 4 Minuten und die Möhren anschließend 2 Minuten mit.
- Wirsing zusammenfallen lassen. Gib den Kohl portionsweise dazu und rühre ihn etwa 4 Minuten um. Füge Kartoffeln, Brühe, Majoran und Kümmel hinzu und bringe alles zum Kochen.
- Gemüse vorgaren. Lass den Eintopf mit leicht geöffnetem Deckel 10 Minuten leise köcheln. Schneide währenddessen die Mettwürstchen auf einem separaten Brett in 1 cm dicke Scheiben.
- Wurst mitgaren. Gib die Scheiben dazu und gare alles weitere 15 Minuten. Kartoffeln und Kohl sollen weich sein. Erhitze auch die Wurst im Inneren mindestens 2 Minuten auf mindestens 70 °C. Beachte längere Garzeiten auf der Verpackung.
- Brühe binden und abschmecken. Zerdrücke einige Kartoffelwürfel am Topfrand und rühre sie unter. Würze mit Muskat, Pfeffer und bei Bedarf Salz. Lockere den Eintopf gegebenenfalls mit etwas heißem Wasser und verteile ihn auf vier tiefe Schalen.
Kartoffelstücke behalten, Brühe sämig machen
Vorwiegend festkochende Kartoffeln sind hier ein guter Mittelweg. Sie sollen beim Umrühren nicht sofort zerfallen, sich am Ende aber mit dem Kochlöffel zerdrücken lassen. Die Universität Minnesota beschreibt die Unterschiede beim Garen. Festkochende Kartoffeln halten ihre Form besser, während mehlige Sorten in Suppen leichter auseinanderfallen.
Schneide die Würfel möglichst gleich groß. Ein großes Stück kann innen noch fest sein, wenn die kleinen bereits zerfallen. Prüfe deshalb vor dem Servieren einen der größeren Würfel mit einer Gabel. Sie sollte ohne deutlichen Widerstand hineingleiten.
Zum Binden reichen sechs bis acht gegarte Kartoffelwürfel. Zerdrücke sie direkt am Topfrand und rühre vorsichtig um. So bleibt der größte Teil des Gemüses erhalten. Ist dir die Brühe danach zu dick, gib heißes Wasser in kleinen Schlucken dazu. Ein Pürierstab würde auch den Wirsing und die Wurst zerkleinern.
Mettwürstchen passend auswählen und durchgaren
Nimm feste, geräucherte Mettwürstchen, die zum Mitgaren vorgesehen sind. Streichfähige Mettwurst eignet sich für diese Zubereitung nicht. Schneide die Würstchen in etwa 1 cm dicke Scheiben. Dadurch verteilt sich die Wurst auf alle Portionen und ihr Geschmack gelangt direkt in die Brühe.
Die Scheiben kommen erst nach zehn Minuten Gemüsegarzeit dazu. Lass den Eintopf anschließend leise köcheln und rühre gelegentlich vom Topfboden her um. Starkes Sprudeln und häufiges kräftiges Rühren zerlegen die Kartoffeln unnötig.
Die Garzeit ist ein Richtwert. Maßgeblich sind auch die Hinweise auf der Verpackung und die tatsächliche Erhitzung. Das BfR empfiehlt mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen. Prüfe im Zweifel das Innere eines dickeren Wurststücks mit einem geeigneten Küchenthermometer. Reinige Brett, Messer und Hände nach dem Schneiden der Wurst, bevor du damit servierfertige Lebensmittel berührst.
Wirsingeintopf mit Kartoffeln und Mettwürstchen variieren
Du kannst den Kümmel weglassen, wenn du seinen Geschmack nicht magst. Ersetze ihn nicht automatisch durch mehr Majoran. Ein Teelöffel Majoran reicht für diesen Topf, damit der Wirsing noch deutlich zu schmecken ist. Muskat kommt erst am Ende dazu. Eine kleine Prise genügt.
Für eine vegetarische Abwandlung ersetze die Mettwürstchen durch 250 g gewürfelten Räuchertofu. Brate ihn separat in etwas Öl an und gib ihn während der letzten fünf Minuten dazu. Die Gemüsegarzeit bleibt gleich. Diese Variante schmeckt anders und hat andere Nährwerte als das Grundrezept.
Für eine größere Runde verdoppelst du die Zutaten und verwendest einen entsprechend großen Topf. Die Köchelzeit muss sich dabei nicht verdoppeln. Das Aufheizen dauert jedoch länger. Prüfe mehrere Kartoffelstücke, bevor du servierst. Der Eintopf ist bereits eine vollständige Mahlzeit. Wer Brot dazu reichen möchte, stellt es separat auf den Tisch, damit jeder selbst entscheiden kann.
Reste zügig kühlen und gründlich aufwärmen
Fülle übrig gebliebenen Eintopf nach dem Essen in mehrere flache Behälter. Ein voller großer Topf kühlt langsam aus. Lass die Portionen zügig abkühlen und stelle sie zeitnah in den Kühlschrank. Sie sollen innerhalb weniger Stunden unter 7 °C erreichen. Bewahre sie anschließend abgedeckt auf.
Nach den BfR-Hinweisen zum Vorkochen solltest du gegarte Mahlzeiten innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen oder einfrieren. Für den Kühlschrank sind höchstens 7 °C vorgesehen, besser sind 5 °C.
Erwärme nur die benötigte Portion. Gib etwas Wasser dazu und rühre beim Erhitzen regelmäßig um. Alle Bestandteile müssen mindestens zwei Minuten über 70 °C heiß sein. Tiefgekühlte Portionen taust du vorher im Kühlschrank auf. Rechne damit, dass Kartoffeln nach dem Einfrieren weicher oder etwas körnig werden können. Zum Aufwärmen ist das vorsichtige Rühren besonders hilfreich.
Häufige Fragen
- Welche Kartoffeln eignen sich für Wirsingeintopf?
Vorwiegend festkochende Kartoffeln passen gut zu diesem Rezept. Sie bleiben überwiegend stückig und lassen sich zum Binden teilweise zerdrücken. Mit festkochenden Kartoffeln wird der Eintopf weniger sämig.
- Muss ich den Wirsing vorher blanchieren?
Für diesen Eintopf ist das nicht nötig. Wasche die Blätter gründlich und entferne die dicken Blattrippen. Die Streifen werden zunächst angeschwitzt und garen anschließend direkt in der Brühe.
- Kann ich andere Würstchen verwenden?
Feste geräucherte Kochwürste sind eine mögliche Alternative. Wähle eine Sorte, die zum Erhitzen geeignet ist, und beachte ihre Zubereitungshinweise. Salzgehalt und Fettgehalt können deutlich abweichen, deshalb erst am Ende abschmecken.
- Kann ich den Wirsingeintopf am Vortag kochen?
Ja. Kühle ihn nach dem Kochen zügig in flachen Behältern und bewahre ihn abgedeckt im Kühlschrank auf. Beim Aufwärmen etwas Wasser ergänzen und alle Bestandteile mindestens zwei Minuten über 70 °C erhitzen.
- Wie wird der Eintopf ohne Sahne cremiger?
Zerdrücke einige weich gekochte Kartoffelwürfel am Topfrand und rühre sie unter. Arbeite portionsweise, bis dir die Konsistenz gefällt. Die übrigen Kartoffeln und der Wirsing sollen erkennbar bleiben.
- Ist der Wirsingeintopf glutenfrei und milchfrei?
Mit den ausdrücklich glutenfreien und milchfreien Mettwürstchen und der entsprechend ausgewählten Brühe ist das Grundrezept beides. Prüfe die Verpackungen, denn die Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Produkt. Die Kartoffeln ersetzen hier eine Bindung mit Mehl oder Sahne.
Quellen
Für die Erstellung und Qualitätssicherung der Inhalte wurden verlässliche Quellen verwendet.
- https://extension.umn.edu/garden-and-home/yard-and-garden/gardening-in-minnesota/growing-potatoes
- https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/lebensmittelinfektionen-im-privathaushalt-quellen-erkennen-risiken-vermeiden
- https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/vorkochen-fuer-mehrere-tage