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Deutscher Apfelstrudel bekommt hier eine dünne, knusprige Hülle und eine saftige Füllung mit deutlich schmeckbaren Apfelstücken. Geröstete Semmelbrösel bringen ein leicht nussiges Aroma mit. Rosinen und Zimt ergänzen die säuerlichen Äpfel.
Der Teig kommt ohne Ei und Hefe aus. Etwas Geduld brauchst du trotzdem, vor allem für die einstündige Ruhezeit. Ein großes Küchentuch hilft dir anschließend beim Ausziehen und Aufrollen. Die Menge ergibt einen Strudel für acht Stücke.
Äpfel, Butterbrösel und dünner Teig
Nimm feste, säuerliche Äpfel ohne Druckstellen, etwa Elstar oder Braeburn. Für den Teig brauchst du gewöhnliches Weizenmehl und ein neutrales Öl.
- Weizenmehl. Bildet die dünne Hülle und gibt dem gekneteten Teig Halt.
- Lauwarmes Wasser und Rapsöl. Verbinden das Mehl zu einem geschmeidigen Teig.
- Äpfel. Liefern die saftige Füllung und einen frischen, säuerlichen Geschmack.
- Butter und Semmelbrösel. Die gerösteten Brösel nehmen einen Teil des Apfelsafts auf. Butter auf dem Teig unterstützt die knusprige Hülle.
- Zucker und Zimt. Süßen und würzen die Füllung, ohne die Äpfel zu überdecken.
- Rosinen. Setzen kleine, süße Akzente zwischen den Apfelscheiben.
- Zitrone. Ihr Saft ergänzt die Säure der Äpfel.
- Puderzucker. Kommt erst kurz vor dem Servieren auf den Strudel.
Deutschen Apfelstrudel ziehen und rollen
- Teig kneten. Vermische 250 g Mehl mit Salz, Wasser und 2 EL Öl. Knete den Teig 8-10 Minuten von Hand, bis er glatt und geschmeidig ist.
- Abgedeckt ruhen lassen. Bestreiche die Teigkugel mit 1 TL Öl und decke sie in einer Schüssel ab. Lass sie 60 Minuten bei Raumtemperatur ruhen.
- Butterbrösel rösten. Schmelze 30 g Butter in einer Pfanne. Röste die Semmelbrösel darin bei mittlerer Hitze 3-5 Minuten unter Rühren goldbraun und lass sie abkühlen.
- Äpfel vorbereiten. Schäle und entkerne die gewaschenen Äpfel. Schneide sie in etwa 2 mm dünne Scheiben und mische sie mit Zitronensaft und Rosinen. Gib Zucker und Zimt erst unmittelbar vor dem Füllen dazu.
- Teig ausziehen. Heize den Ofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vor. Rolle den Teig auf einem bemehlten Tuch aus und ziehe ihn über den Handrücken auf etwa 60 × 50 cm. Schneide dicke Ränder ab.
- Füllen und aufrollen. Schmelze die übrigen 70 g Butter. Bestreiche den Teig mit etwa 40 g davon. Verteile Brösel und Apfelfüllung auf dem unteren Drittel der 60 cm langen Fläche. Lass seitlich jeweils 5 cm frei. Schlage die Seiten ein und rolle den Strudel mithilfe des Tuchs auf.
- Backen. Lege den etwa 40 cm langen Strudel mit der Naht nach unten auf ein Blech mit Backpapier. Bestreiche ihn mit 20 g Butter und backe ihn auf der zweiten Schiene von unten 40-45 Minuten. Die Hülle soll goldbraun sein und die Äpfel sollen sich durch ein kleines Einstichloch weich anfühlen.
- Kurz abkühlen lassen. Bestreiche den heißen Strudel mit den letzten 10 g Butter. Warte 15 Minuten und bestäube ihn vor dem Anschneiden mit Puderzucker.
Dünn ziehen ohne große Löcher
Ein guter Ausgangspunkt ist ein weicher Teig, der nach dem Kneten kaum noch an den Händen klebt. Schütte nicht vorschnell zusätzliches Mehl hinein. Knete zunächst weiter und prüfe die Oberfläche erneut. Wie Wasser und Kneten das elastische Glutengerüst entwickeln, erläutert die Mississippi State University im Abschnitt über Gluten.
Zum Ausziehen legst du beide Handrücken unter den ausgerollten Teig. Bewege sie langsam auseinander und arbeite dich von der Mitte zu den Rändern vor. Fingernägel dürfen den Teig nicht berühren. Lege ihn zwischendurch wieder auf das Tuch. Wenn dessen Muster durchscheint, ist die Fläche dünn genug. Ein kleines Loch kannst du mit einem Stück vom abgeschnittenen Rand überlappend abdecken. Mehrere große Risse sprechen dafür, dass du zu schnell ziehst. Arbeite an den noch dicken Stellen weiter und lass sehr dünne Bereiche in Ruhe.
Saftige Äpfel ohne nassen Boden
Schneide die Äpfel möglichst gleichmäßig dünn. Dicke Stücke können noch fest sein, während die Hülle bereits braun wird. Ein scharfes Messer reicht dafür aus. Die Mengenangabe von 1 kg bezieht sich auf ganze Äpfel vor dem Schälen und Entkernen. Übrig bleiben je nach Größe ungefähr 800-850 g Fruchtfleisch.
Mische Zucker und Zimt erst direkt vor dem Füllen unter. So steht die gezuckerte Füllung nicht lange herum. Falls sich trotzdem Flüssigkeit am Schüsselboden sammelt, hebst du die Äpfel mit einem Schaumlöffel heraus. Gieße den Saft nicht auf den Teig. Die Brösel kommen unter die Äpfel und werden gleichmäßig verteilt. Sie sollen goldbraun sein und nach geröstetem Brot riechen. Sehr dunkle Brösel schmecken bitter. Lass sie vor dem Verteilen abkühlen, damit du beim Füllen zügig arbeiten kannst. Den dünnen Teig solltest du anschließend nicht mehr lange offen liegen lassen.
Rosinen tauschen und passend servieren
Wenn du keine Rosinen magst, lässt du die 60 g einfach weg. Die übrigen Mengen bleiben gleich. Für eine fruchtigere Variante passen stattdessen fein gewürfelte getrocknete Aprikosen. Große Stücke solltest du vermeiden, weil sie beim Rollen gegen den dünnen Teig drücken können. Bei sehr süßen Äpfeln kannst du den Zucker von 80 auf 60 g reduzieren. Ganz weglassen verändert den Geschmack deutlich.
Für eine vegane Variante ersetzt du die Butter durch eine zum Backen geeignete pflanzliche Alternative. Prüfe auch die Semmelbrösel auf Milchbestandteile. Der selbst gemachte Teig enthält bereits weder Ei noch Milch. Glutenfreies Mehl lässt sich dagegen nicht ohne weitere Anpassungen austauschen.
Serviere den Strudel lauwarm oder abgekühlt. Vanillesoße oder leicht geschlagene Sahne passen dazu. Gib sie separat auf den Teller, damit die Kruste zunächst trocken bleibt. Diese Beilagen sind in den Nährwerten nicht enthalten.
Reste kühlen und die Kruste auffrischen
Schneide übrig gebliebenen Strudel in Portionen und lass diese zügig abkühlen. Stelle sie spätestens innerhalb von zwei Stunden in den Kühlschrank. Bewahre sie abgedeckt bei höchstens 5 °C auf und verbrauche sie innerhalb von 48 Stunden. Diese Vorgehensweise entspricht den Hinweisen der britischen Food Standards Agency zu gekochten Speisen und Resten.
Zum Auffrischen legst du einzelne Stücke auf ein Blech und erwärmst sie bei 160 °C Ober-/Unterhitze etwa 15-20 Minuten. Die Füllung soll bis in die Mitte dampfend heiß sein. Die Mikrowelle ist schneller, macht die Hülle aber eher weich.
Du kannst abgekühlte Stücke auch luftdicht einfrieren. Für gute Qualität empfiehlt sich der Verbrauch innerhalb von zwei Monaten. Lass sie im Kühlschrank auftauen und verwende sie innerhalb von 24 Stunden nach dem vollständigen Auftauen.
Häufige Fragen
- Welche Äpfel eignen sich für Apfelstrudel?
Feste, säuerliche Äpfel wie Elstar oder Braeburn passen gut zu dieser Füllung. Schneide sie etwa 2 mm dünn, damit sie innerhalb der Backzeit weich werden. Sehr weiche Äpfel ergeben eine weniger stückige Füllung.
- Kann ich Apfelstrudel ohne Rosinen backen?
Ja, lass die Rosinen einfach weg. Du brauchst weder mehr Zucker noch zusätzliche Äpfel. Fein gewürfelte getrocknete Aprikosen sind eine mögliche Alternative.
- Warum reißt mein Strudelteig beim Ausziehen?
Der Teig kann zu trocken sein oder noch zu stark zurückfedern. Knete ihn gründlich und halte die einstündige Ruhezeit ein. Ziehe über die Handrücken in kleinen Bewegungen und decke einzelne kleine Löcher mit einem dünnen Teigstück ab.
- Kann ich den Apfelstrudel vorbereiten?
Du kannst die Butterbrösel vorab rösten und nach dem Abkühlen luftdicht aufbewahren. Bereite den Teig und die Apfelfüllung am Backtag zu. Den gefüllten Strudel backst du möglichst direkt, damit der dünne Teig nicht lange feucht wird.
- Wie lange bleibt gebackener Apfelstrudel haltbar?
Kühle die Reste zügig und stelle sie innerhalb von zwei Stunden in den Kühlschrank. Bewahre sie bei höchstens 5 °C auf und verbrauche sie innerhalb von 48 Stunden. Für längere Aufbewahrung frierst du die abgekühlten Portionen luftdicht ein.
- Ist dieser Apfelstrudel vegetarisch oder vegan?
Das Grundrezept ist vegetarisch und enthält Butter. Für eine vegane Variante brauchst du eine pflanzliche Butteralternative und Semmelbrösel ohne Milchbestandteile. Glutenfrei ist das Rezept wegen des Weizenmehls und der Semmelbrösel nicht.
- Wann lässt sich der Strudel sauber schneiden?
Lass ihn nach dem Backen mindestens 15 Minuten stehen. Schneide ihn mit einem scharfen Sägemesser und wenig Druck. Ganz heiß ist die Füllung lockerer und läuft beim Anschneiden leichter heraus.